„Achtsam leben lernen, bevor alles zu viel wird“

Otto Pötter referierte vor einem vollen Haus im Hospizzentrum im Rahmen der zweiten Spoirée des Hospiz-Fördervereins

Gleich zu Beginn überbrachte der Verhaltenstherapeut und psychologische Lebensberater Otto Pötter seinem Publikum die Botschaft: „Achtsamkeit ist erlernbar“, wenn man der Aufforderung folge: achtgeben, innehalten, zuhören, hinsehen.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Hospiz-Förderverein, Michael Brand, die vielen Gäste, die der Einladung zur 2. Soirée gefolgt waren, begrüßt. Er gab kurze Hinweise zu den Aufgaben des Fördervereins und stellte den Referenten als bundesweit tätigen Dozenten für sinnzentrierte Persönlichkeitsentwicklung vor.

Sehr rasch vermochte es Pötter, seine Zuhörer mitzunehmen in ein neues Denken der Achtsamkeit, das zu einer grundsätzlichen Bejahung des Gegebenen führe. Dazu brauche der Mensch stärkende Schritte um sich selber anzunehmen, sich zu ändern und Selbstwertgefühle zu entwickeln. Eines der Schritte sei innezuhalten, „um das Innere zu halten“. Das bedeute im alltäglichen Stress auch einmal „nein“ zu sagen, ehe es zu viel werde. Also vorher achtsam sein, das eigene Verhalten überprüfen, genau auf sein Inneres horchen. „Unser Herz weiß vieles, aber wir dürfen auch die Seele nicht vergessen.“ Nur dadurch werde man seine eigenen Grenzen erkennen. Man müsse Veränderungen im hier und jetzt treffen nach dem Motto: „Nichts ändert sich, außer ich ändere mich“. Dazu gehörten eine ehrliche Überprüfung der eigenen Person und die Unterscheidung zwischen den wichtigen und unwichtigen Dingen im Leben. Will ich weiterhin Stress haben, Recht haben, stark sein? Will man etwas ändern, müsse man mit dem nächstliegendem beginnen, kleine Schritte wagen und die neu gewonnenen Zwischenräume für die Liebe nutzen. Letztendlich wird man eine wohltuende Gelassenheit erreichen, „die uns etwas sein lassen lässt, was uns nicht vorwärts bringt“.

Mit Blick auf die Hospizarbeit und das endliche Leben aller stellte Pötter fest, dass es für diese bewussten Veränderungen keine bestimmte Lebensphase gebe. Selbst in der letzten Lebensphase können die Achtsamkeit und der eigene Umgang mit ihr von großer Bedeutung für das eigene Leben sein. „Zeit ist für alle gleich. Was zählt, ist die erfüllte Zeit.“

Silvia Hillenbrand, stellvertretende Vorsitzende, bedankte sich bei Otto Pötter und stellte Parallelen zur Hospizarbeit fest, da gerade die vielen anwesenden Ehrenamtlichen besonders achtsam mit ihren Betreuten sein müssen. „Da ist es gut, darüber nachzudenken, wie wir Ehrenamtliche diese Achtsamkeit auch auf uns selber anwenden.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.