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Der Tod/Ton macht die Musik – Wie hospizlich-palliative Begleitung klingt

Der Hospiz-Förderverein „LebensWert“ hatte Gespräche mit professionellen Partnern angekündigt. Sie kamen alle aus der aktiven Arbeit der vorhandenen hospizlichen und palliativen Versorgung in der Region. Es wurde ein äußerst berührender Abend!

Das lag besonders daran, dass die „Akkorde“ von Hinterbliebenen gesetzt wurden, die ihre ganz eigenen zu Herzen gehenden Geschichten vom Verlust eines Familienangehörigen erzählten und besonders auf die persönliche Erfahrung bei der Unterstützung durch die vorhandenen Dienste eingingen.

Dr. Thomas Sitte, Vorsitzender der von ihm gegründeten Deutschen PalliativStiftung, führte als Moderator und quasi „Dirigent“ dieses außergewöhnlichen Orchesters einfühlsam durch den Abend.

Er bedankte sich bei den Angehörigen für ihr Vertrauen und ihren Mut, sich der Zuhörerschaft zu stellen. „Die Schilderungen sind harter Tobak und überzeugen doch sehr durch die Authentizität der Erzählungen“, so eine der Zuhörerinnen.

Das Duo Zweiklang überbrückte so manch emotionalen Moment mit ihren eigenen und wunderbar vorgetragenen Liedern und schuf damit gefühlvolle Zwischenakkorde, die so mancher zum Durchatmen brauchte.

Michael Brand, Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins und seine Stellvertreterin Silvia Hillenbrand erläuterten das Ziel dieser Veranstaltung. Man wolle das große Netzwerk der hospizlichen und palliativen Betreuung vorstellen. Damit kann den Betroffenen und ihren Angehörigen geholfen werden, um eine entlastende, würdevolle und einfühlsame Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden zu ermöglichen. Dies diene der Information und Aufklärung, deren Zielsetzung der Hospiz-Förderverein habe.

Nach dem Motto: „Wir lassen die Menschen nicht alleine“ berichteten Wilfried Wanjek vom Ambulanten Hospizdienst der Malteser, Dr. Peter Fehrenbach von der medizinischen Versorgung durch das PalliativNetz Osthessen, Dr. Sebastian Schiel von der Palliativstation im Klinikum Fulda und Dagmar Pfeffermann vom stationären Hospiz St. Elisabeth in Fulda.

Die Geschichten der Hinterbliebenen und deren oft sehr intimen Erlebnisse waren sehr individuell, und doch waren sie im Ergebnis vergleichbar. Alle stellten die Hilfen, die sie erfahren hatten, dankbar in den Fokus.

Hilfen, die bei einem Betroffenen, der seinen Tod selbst bestimmen wollte, dazu führte, dass er in der Palliativstation den Suizidgedanken nicht weiter verfolgte, weil der durch eine selbst zu bestimmende Schmerzfreiheit „noch mal leben konnte, vor seinem natürlichen Tod“.

Aus dem ambulanten Hospizdienst, wo ehrenamtlichen Sterbebegleiter in die Haushalte gehen, wurde dargelegt, welches Vertrauen den Hospizlern entgegen gebracht werde und wie gut ihr „DA SEIN“ den Betroffenen tut.

In einem weiteren Fall wurde die Arbeit der Palliativärzte und -schwestern gelobt, die den Angehörigen die medizinische Sicherheit, aber auch das seelische Verständnis entgegen gebracht hatten. Und so konnte konkret der Wunsch eines Vaters, zu Hause zu steben, erfüllt werden, den er seiner Familie vorgetragen hatte: „Wenn ihr mich liebt, dann begleitet ihr mich.“

Von guten Erfahrungen im stationären Hospiz wurde von Angehörigen berichtet, die große Angst und ein schlechtes Gewissen vor ihrer Entscheidung hatten, den Ehemann und Vater ins Hospiz zu bringen. „Aber als wir das Hospiz als WG für Menschen erlebten, die Hilfe brauchen und die wir nicht geben konnten, wussten wir: Das ist es!“ Der Vater erlebte ein Umfeld, wie es besser nicht hätte sein können, „er konnte im Hospiz nach seinen Bedürfnissen leben und er konnte er sein.“ Die Tochter sprach von einer Zeit mit ihrem Vater im Hospiz, die sie bis zum heutigen Tag geprägt habe.

In den ergänzenden Fragen vom Moderator Dr. Sitte gab es von den professionellen Helfern jeweils einen Kernsatz:

Dr. Schiel: „Die Palliativstation im Klinikum ist eigentlich eine Krankenhausstation, aber eigentlich auch nicht, eher mehr“.

W. Wanjek: „Die Rolle der Pflegekräfte ist gravierend, aber die Rolle der Ehrenamtlichen ist ebenso wichtig, denn sie bringen Zeit und Alltag mit.“

Dr. Fehrenbach: „Bei aller Professionalität von uns allen, spielt Empathie und spielen Emotionen eine große Rolle.“

D. Pfeffermann: „Hospize sind gute Orte zum Leben und zum Sterben“.

Abschließend konnte festgestellt werden, dass die geleistete hospizliche und palliative Beegleitung wohl klingt, weil durch eine entsprechende Sterbekultur der Tod und das Sterben aus der Tabuzone geholt wird und deutlich wird, dass diese Sterbekultur durch eine große Verantwortungskultur für Sterbende geprägt ist. Diese Veranstaltung wurde im Rahmen der Sonderausstellung „Noch mal leben“ im Vonderau-Museum angeboten und von Dr. Verse in seinen Begrüßungsworten als „erweitertes Museumsgespräch“ bezeichnet. Die Ausstellung kann man zu den üblichen Öffnungszeiten bis zum 22.11. sehen. Nach Voranmeldungen im Malteser Hospiz-Zentrum unter hospizzentrum.fulda@malteser.org können sich Gruppen anmelden und werden von ehrenamltichen Hospizlern durch die Ausstellung begleitet.

Ausstellung „Noch mal Leben“ – Fotos W. Schels + Rahmenprogramm 18.9. – 22.11.2020

Der Hospiz-Förderverein „LebensWert“ Fulda e.V.  präsentiert in Kooperation mit der Stadt Fulda im Vonderau Museum in Fulda die national und international viel beachtete Fotoausstellung über das Sterben

Schirmherr: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld


Es gibt kein Leben ohne Tod. Diese einfache und doch so schwer fassbare Erkenntnis kann nicht verhindern, dass wir uns mit dem Gedanken an die eigene Endlichkeit schwer tun. Die Gewissheit, einmal nicht mehr zu sein, löst Angst aus. Sie macht uns einander fremd. Gleichzeitig ist der Tod jene Instanz, die uns alle verbindet, einander gleich werden lässt.

Der Fotograf Walter Schels, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen und die Journalistin Beate Lakotta baten unheilbar Kranke, sie in ihren letzten Tagen begleiten zu dürfen. Die meisten der Porträtierten haben ihre letzte Zeit in einem Hospiz verbracht.

Aus diesen Begegnungen entstanden einfühlsame Porträts von Menschen, die sich ihrer Nähe zum Tod sehr bewusst waren. Die großformatigen  Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen alte und junge Menschen, kurz vor und unmittelbar nach ihrem Tod. Die Doppelporträts strahlen jene Ruhe aus, die es braucht, um sich mit dem Sterben und der eigenen Sterblichkeit beschäftigen zu können. Es entstanden berührende Bilder, die nicht nur betroffen sondern auch hoffnungsvoll darüber machen, wie man die letzten Tage im Leben bewusst leben kann. Die Ausstellung berichtet von den Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen der Sterbenden und lässt sie noch einmal zu Wort kommen.

Beate Lakotta, geboren 1965, ist Buchautorin und Reporterin beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL.

Walter Schels, geboren 1936,  wurde vor allem bekannt durch seine Charakterstudien von Menschen und Tieren. Für ihre 2003 im Spiegel veröffentlichte Reportage „Noch mal leben vor dem Tod“ wurden beide mit dem Hansel-Mieth-Preis für engagierte Reportage und dem Deutschen Sozialpreis der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ausgezeichnet. Für die Porträts erhielt Walter Schels einen zweiten Preis beim Wettbewerb World Press Photo 2004

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten (Di – So von 10.00 -17.00 Uhr) zu sehen.

Eintritt 2,00 €


Während der Ausstellung hat der Hospiz-Förderverein „LebensWert“ Fulda e.V. kompetente und professionelle Gesprächspartner aus der hospizlichen, palliativen und seelsorgerischen Arbeit eingeladen.
Sie stellen sich immer mittwochs (vom 30.09. bis 18.11.20) in der Zeit von 15.00 – 16.00 Uhr zum Gespräch zur Verfügung.
 


Darüber hinaus bietet der Hospiz-Förderverein ein umfangreiches und informatives Begleitprogramm an.



 Eine Spende für die hospizliche Arbeit ist willkommen.




 

 

 

VERANSTALTUNG ABGESAGT – Lesung am 16.3.2020 – 20:00 Uhr im Hospizzentrum der Malteser (ehm. EIKA)

Der Hospiz-Förderverein Fulda e.V. verschiebt die geplante öffentliche Lesung mit Dörte Schipper am 16.03.20 auf unbestimmte Zeit.
Der Grund ist der Coronavirus. Wir handeln nicht nur im Sinne des Gesundheitsschutzes für die möglichen Besucher, sondern auch wegen der möglichen Übertragung des Virus an Dritte, vielleicht sogar gesundheitlich geschwächte Personen und halten dies für eine gebotenen Entscheidung.

„Julvisor“ verzauberte mit skandinavischer Weihnachtsmusik

Am Vorabend zum 1. Advent erlebten die Zuhörer bei dem Benefizkonzert des Hospiz-Fördervereins in der Heilig Geist Kirche in Fulda populäre skandinavische Weihnachtslieder, teilweise frei oder neu interpretiert und doch ganz identisch in der Tradition einer besonderen Zeit, nämlich der Weihnachtszeit.

Christina Lutter (Gesang, Geige, Tin Whistle), Guido Richarts (Gesang, Kontrabass, Bodhrán, mittelalterliche Drehleier), Krishn Kupke (Gitarre, indische Sitar), Matthias Strauch (Saxophon, Klarinette, Flöten, Piano) und Michael Gramm (Percussion, Flügelhorn) erzeugten mit ihren Instrumenten berührende Momente und beeindruckten mit an Folk Musik erinnernden skandinavischen Musik.

Im Gesang und im Spiel ließen die Musiker Wichtel und Trolle lebendig werden, würdigten aber auch den Heiligen Steffan und vor allem die Heilige Lucia, die schwedische Lichtfee.

Und so erhielt gleich zu Beginn die christlich traditionelle Weihnachtsbotschaft eine weitere Komponente, spielt doch die Hoffnung auf das Licht in den dunklen Winternächten der Nordhalbkugel eine große Rolle.

Passend zur Adventszeit, die Zeit des Wartens, durfte die norwegische Fassung des aus Österreich stammenden Liedes „Maria durch den Dornwald ging“ nicht fehlen.

Auch wenn die skandinavische Sprache der Lieder aus Island, Schweden und Norwegen zum größten Teil für die Zuhörer neu waren, erreichte das Arrangement und die Interpretation der Melodien die gleichen Emotionen und Gefühle, die Weihnachtslieder in allen Ländern auslösen. So beeindruckte das Lied „Jul, Jul, stralande Jul“ (Weihnachten, strahlende Zeit) zusätzlich durch das Einsetzen des handgedrehten Ton-Schlagwerkes Udu–Drum. Oder an einer anderen Stelle das mit 20 Saiten ausgestattete Instrument Sitar und die mittelalterliche Drehleier.

Bezaubernde Gesänge, wie z.B. das Lied aus Island „Halleluja, in Bethlehem ist uns ein Kind geboren“ ergänzten immer wieder die melancholische Atmosphäre.

Darüber hinaus erfreuten sich die Zuhörer an einer lebendigen und mitreißenden Moderation, die die Inhalte der Lieder erklärte sowie an kleinen Geschichten, die dem skandinavischen Humor Raum gaben.

Die fünf Musiker schließen sich nun seit mittlerweile 12 Jahren immer zur Weihnachtszeit zur Band „Julvisor“ zusammen und gehen auf Konzertreise. Dem diesjährigen Titel des Programms „Midt i den kalde vinter“, zu Deutsch „mitten im kalten Winter“ wurde in der Kirche voll entsprochen, war doch die Heizung in der Heilig Geist Kirche in Streik gegangen.

Michael Brand, Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins, der anfänglich die Begrüßung übernommen hatte und den Sponsoren, die es durch ihre Spende möglich machten, dass die Eintrittsgelder in die hospizliche Arbeit fließen, kommentierte die Kälte so: „Wir erleben nordische Weihnachtsmusik in nordischen Temperaturen“.

Die Konzertgäste dankten der Band „Julvisor“ mit stehendem Applaus.

 

„Was ist der Mensch“, berührender Vortrag von Michael Passarge zur Finissage der Ausstellung „Etwas Großes schaffst Du nicht allein“ von Martin Hoogen

„Was ist der Mensch“, war der Titel des Vortrages, den Michael Passarge im wunderbar illuminierten Garten der Kunstschmiede Bernhard hielt.

Mit dieser Finissage fand die Ausstellung des Künstlers Martin Hoogens, der seine Druckgrafiken unter dem Motto „Etwas Großes schaffst Du nicht allein“ in der Galerie im Kutscherhaus gezeigt hatte, seinen Abschluss.

Die Ausstellung, wie auch der Vortragsabend waren Veranstaltungen des Hospiz-Fördervereins, der in beeindruckender Weise einen Dreiklang aufzeigte zwischen dem Thema Tod und Sterben, den Themen Schöpfung, Glaube und Naturwissenschaft und als drittes Thema die darstellenden Kunst, die ihren eigenen Raum erhielt.

Die Frage, die sich auftat, ob man mit diesen Themen der ganzen Komplexität des eigentlich unfassbaren Kosmos näher kommen könne oder was die Rolle des Menschen sei, beantwortete der international renommierte Astronom Michael Passarge, der das „Sonnenobservatorium in Bad Salzschlirf“ initiierte so: „Wir bekommen natürlich keine sicheren Erklärungen, aber in diesem kosmischen Geschehen wird auf das Menschenleben als den Ort des Wunders hingewiesen. Es gilt Mensch zu sein und dazu gehören Neugierde, Demut, Dankbarkeit und die Fähigkeit zuzuhören, zu fragen und zu lauschen.“

Letzteres taten die Zuhörer, nachdem Michael Brand, Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins die Anwesenden begrüßt  und sich vor allem bei Ursula Bernhardt von der Kunstschiede Bernhardt für die Zurverfügungstellung der Galerie und des bezaubernden Gartens bedankt hatte.

Passarge schuf mit seinem Vortrag einen Spannungsbogen zwischen Fakten und Glauben und formulierte seine Gedanken zu Naturwissenschaft und Schöpfung. Dabei ging er von Psalm 8, Vers 4 + 5 aus, der da lautet: „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast; was ist der Mensch, dass du seiner gedenkest und des Menschenkind, dass du dich seiner annimmst“ und schuf eine Verbindung zu den Worten des Astronomen Bruno Hans Bürgel, der einstmals formulierte: „Schaut auf zu den Sternen, ihr Jungen, ihr Werdenden, reich werden sie euch beschenken“. Mit seinem Versuch, die Theologie als Geisterwissenschaft den Naturwissenschaften gegenüber zu stellen, führte er seine Zuhörer nah an die Frage der Entstehung des Menschen. „Ist er ein Zufall, oder wurde er von Beginn an mitgedacht, quasi einprogrammiert?“

Passarge bettete seinen Vortrag in seine atemberaubenden Bilder vom Kosmos, aber auch in seine fantastischen Bilder aus dem Nahbereich, wie zum Beispiel ein Wassertropfen, Wolken oder die wunderbaren Landschaftsaufnahmen, die er während seiner Forschungsaufenthalte in unterschiedlichen Ländern vor die Linse bekam. Er überließ es den Zuhörern, eigene individuelle Antworten zu finden, denn „Das Leben ist ein Wunder“.

Zum Abschluss bedankte sich Martin Hoogen, stellvertretender Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins und Aussteller der Druckgrafiken, bei dem Referenten und fasste seine Eindrücke zusammen: „Der Vortrag sowie die Bilder haben bestimmt bei vielen etwas ausgelöst oder zum Nachdenken angeregt. Immer wird der Mensch in diesem Kosmos an Grenzen stoßen, aber immer können wir selber diese und damit unseren eigenen Horizont erweitern“.

Großes Interesse bei der Ausstellungseröffnung „Etwas Großes schaffst Du nicht allein“ des Hospiz-Fördervereins „LebensWert“ Fulda e.V.

Finissage am 20.09. mit dem Vortrag „Was ist der Mensch“ von Michael Passarge in der Kunstschmiede Bernhard

 Die Galerie im Kutscherhaus der Kunstschmiede Bernhardt zeigt eine Ausstellung des Hospiz-Fördervereins Fulda e.V. mit dem Titel „Etwas Großes schaffst Du nicht allein“. Der Künstler Martin Hoogen hat Druckgrafiken geschaffen, die zu Gunsten des Hospiz-Fördervereins „LebensWert“ Fulda e.V. auch erworben werden können.

Während der Ausstellungseröffnung wurde sehr deutlich, dass der Künstler wie auch die Ausstellung in mehrfacher Hinsicht mit der Hospizarbeit verknüpft ist.

Ursula Bernhardt, die die Gäste willkommen hieß, wies auf ihr persönliches Engagement für diese Arbeit hin. So unterstützt sie die Idee dieser Ausstellung und stellte gleichzeitig in Aussicht, dass sie 5% der Verkaufserlöse der weiteren im Kutscherhaus untergebrachten Ausstellung von dem Künstler  Wang Fushun an den Hospiz-Förderverein spenden werde.

v.l.n.r: Galeristin Ursula Bernhardt, Martin Hoogen und Silvia Hillenbrand vom Hospiz-Förderverein LebensWert e.V. (Foto Osthessen-Zeitung)

Silvia Hillenbrand hielt die Laudatio zu Martin Hoogen. Beide sind ausgebildete Sterbebegleiter und beide sind gleichberechtigte Stellvertreter des Vorsitzenden Michael Brand, dessen Grüße Hillenbrand überbrachte. Das Anliegen des Hospiz-Fördervereins, die ideelle und finanzielle Hospizarbeit zu unterstützen, werde auch mit dieser Ausstellung erfüllt. Immer wieder ließen sich Menschen gut auf das Thema Tod und Sterben ein, wenn man ihnen eine Plattform biete. Dabei gebe es in dem schwierigen Sterbeprozess keine pauschalen Antworten auf schwierige Fragen. „Bei der Kunst ist es ähnlich, denn sie wird immer individuell empfunden. Und so stellen Martin Hoogens Bilder Fragen. Die Betrachter muss selber Antworten finden.“  Zu diesem spannenden Prozess lud sie die Besucher ein.

„Hospizarbeit ist zum einen ohne Miteinander, Menschlichkeit und Verbundenheit nicht möglich“ – machte Martin Hoogen in seiner Rede deutlich. „Etwas Großes schaffst Du nicht allein“, das sei das Vermächtnis seines Vaters gewesen, welches er ihm auf dem Sterbebett mitgegeben habe. Da er diese Botschaft mit anderen habe teilen wollen, schuf er die Ursprungsgrafik mit dem gleichnamigen Namen. Nach wie vor seien die Arbeiten, die danach folgten, von großer Symbolkraft.

Martin Hoogen mit der Titel-gebenden Grafik – „Etwas Großes schaffst Du nicht alleine“

„Kunst und Hospizarbeit konfrontieren uns mit Grenzen und wir dürfen und können an diesem Punkt unseren Horizont erweitern. Die einfache Drucktechnik ist für mich auch Ausdruck der Tatsache, dass große Wahrheiten ebenfalls oft ganz einfach sind. Die von Hand ausgeführte Drucktechnik erzeugt dann ganz individuelle und unterschiedliche und lebendige Ergebnisse.“

Hoogen stellt die Bilder zur Verfügung und der Erlös aus dem Verkauf der Drucke (30 €, bzw. 50 € / gerahmt) kommt in vollem Umfang der Hospizarbeit in der Region Fulda zu Gute. Die Ausstellung ist zu folgenden Zeiten geöffnet

  1. – 20. September 2019. Jew. Di – Do 16-18 Uhr und jew. Freitags 16-20 Uhr.

 

Finissage: Freitag 20. September 19:00 Uhr mit Vortrag des international renommierten Astronom Michael Passarge – Initiator des Sonnenobservatoriums in Bad Salzschlirf – zum Thema „Was ist der Mensch“ – Psalm 8, Vers 4 + 5 , Gedanken zu Naturwissenschaft und Schöpfung.

Es ist ein gedanklich anregender Vortrag und genau so sind auch seine astronomischen Fotos. Bei schönem Wetter findet der Vortrag im bezaubernden Garten von Frau Bernhardt statt, bei schlechtem Wetter in der Schmiede. Um Voranmeldung wird gebeten: 0661 86877257

„Etwas Großes schaffst Du nicht allein“

In der Zeit vom 5. – 20. 9 findet in der Galerie im Kutscherhaus in Fulda die Ausstellung               „etwas Großes schaffst Du nicht allein“ mit Druckgrafiken von Martin Hoogen statt. Die Ausstellung ist eine Veranstaltung des LebensWert – Hospiz-Fördervereins Fulda e.V., und steht gleich in doppelter Hinsicht im Zusammenhang mit der vom Verein unterstützten Hospizarbeit in der Region.

„Hospizarbeit ist zum einen ohne Miteinander, Menschlichkeit und Verbundenheit nicht möglich“ – findet Hoogen, selbst auch ehrenamtlicher Hospizhelfer und ergänzt: „Etwas Großes schaffst Du nicht allein – Das  ist gleichzeitig das Vermächtnis meines Vaters, das er mir auf dem Sterbebett mitgegeben hat“  Für den Künstler war dies eine Botschaft mit tiefer Bedeutung, die er nicht für sich behalten, sondern mit anderen teilen wollte. So entstand die Ursprungs-Grafik mit gleichnamigem Titel. „Die Resonanz darauf hat mich bewogen, weitere Arbeiten in ähnlicher Art und Weise folgen zu lassen“  Inzwischen ist daraus eine ganze Reihe von Druckgrafiken geworden. Jeweils zum Jahresbeginn erscheint ein neues Blatt zu diesem Zyklus.

Die Arbeiten, meist Linoldrucke, aber auch Holzschnitte, besitzen für Hoogen auch in der Herstellung Symbolkraft. „Die einfache Drucktechnik ist für mich auch Ausdruck der Tatsache, dass große Wahrheiten ebenfalls oft ganz einfach sind. Die von Hand ausgeführte Drucktechnik erzeugt dann ganz individuelle, unterschiedliche und lebendige Ergebnisse“ Zum Einsatz kommt auch ein alter Stempelkasten aus Hoogens Grundschulzeit, und auch das ist vom Künstler bewusst eingesetzt „Eine Weisheit vom Ende des väterlichen Lebens, und ein „Relikt“ aus meiner eigenen Kindheit verbinden sich hier zu einem weiten Bogen“

Der Erlös aus dem Verkauf der Drucke (30,- € bzw. 50,-€/gerahmt) kommt in vollem Umfang der Hospizarbeit in Fulda zu Gute.

Die Ausstellung ist zu folgenden Zeiten geöffnet:

5 – 20. September 2019. Jew. Di – Do 16-18 Uhr und jew. Freitags 16-20 Uhr.

Vernissage: Do. 5. September 17:00.

Finissage: Freitag 20. September 19:00 Uhr mit Votrag von Astronom Michael Passarge zum Thema „Was ist der Mensch“ – Psalm 8, Vers 4+5 Naturwissenschaft und Schöpfung

Galerie im Kutscherhaus, Kunstschmiede Bernhardt – Gutenbergstr. 4 – 36039 Fulda

Zum zweiten Mal spendet Heidemarie Hillje die Einnahmen der Meditationsabende an den Hospiz-Förderverein „LebensWert“

Der Förderverein sagt Danke und freut sich über 750 € für die hospizliche Arbeit

Heidemarie Hillje, Autorin, Persönlichkeitstrainerin und Trauerbegleiterin, bietet im Ehrenamt jeden Dienstag einen Mediationsabend für Trauernde und Interessierte von 19.00 – 20.00 Uhr in den Räumen des Hospizzentrums der Malteser, An Vierzehnheiligen 9 in 36039 Fulda an.

Sie erreicht mit ihrer „geführten Stille“ Menschen, deren Welt durch einen Todesfall aus den Fugen geraten ist, aber auch andere Menschen, die ihren inneren Frieden entdecken und Kraft für den Alltag sammeln wollen. Das Ziel ist, die innere Balance wieder herzustellen.

Wie immer hat Heidemarie Hillje auf den Teilnahmebeitrag von 10 € pro Person und Abend verzichtet. „Es macht mir einfach Freude, meine Erfahrung im Sinne der mit der hospizlich verbundenen Trauerarbeit einzubringen und unterstütze gerne den Hospiz-Förderverein.

Bei der Übergabe der 750 € waren dabei v.l.n.r : Martin Hoogen, Vorstandsmitglied, Margarethe Rohnke, Trauerbegleiterin, Silvia Hillenbrand, Vorstandsmitglied, Heidemarie Hillje und Wilfried Wanjek, Leiter des Malteser Hospizzentrums

Weitere Infos zu den Meditations-Angeboten im Hospizzentrum, sowie die nächsten Termine finden Sie hier

Volles Haus beim Vortrag „Die Wahrheit in und am Krankenbett“

„Die Wahrheit in und am Krankenbett – Wie Kommunikation gelingen kann“, dieser Fachvortrag von Prof. Dr. Ernst Engelke, zu dem der Hospiz-Förderverein „LebensWert“ Fulda e.V. ins Hospizzentrum der Malteser eingeladen hatte, erfuhr so viel Zuspruch, dass der Raum zum Bersten voll war. Damit hatten die Veranstalter nicht gerechnet. So dicht, wie die Menschen saßen, so dicht waren auch die Ausführungen des Referenten, der als Theologe, Pädagoge und Wegbereiter der hospizlichen und pallivativen Bewegung gilt.

Silvia Hillenbrand, stellvertretende Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins, die viele Ehrenamtlichen und Hauptamtliche aus der Hospizarbeit begrüßte, stimmte die Zuhörer auf das schwere und gleichzeitig wichtige Thema der Sterbens und der Sterbebegleitung ein.

Prof Dr. Engelke selber kündigte provokante Thesen an, „Weil die Realität“ provokant sei. So gebe es kaum einen Menschen, der sein eigenes Sterben akzeptiere, sondern bis zuletzt konkurrieren Angst und Hoffnung miteinander. Für eine gute Begleitung bedeute es, beides zuzulassen. Der Mensch am Krankenbett müsse sich mit dieser Tatsache als Grundlage für eine gelingende Kommunikation mit dem Sterbenden im Krankenbett vertraut machen. Denn immer seien die Begegnungen mit Sterbenskranken für beide eine Konfrontation mit ihren eigenen Lebenswirklichkeiten. Er riet zu großer Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, denn „die Sprache der Sterbenskranken ist eigen, kreativ, voller Bilder, Symbole, metaphorische Vergleiche und tiefgründig.“ Die Begleiter sollen DASEIN, aushalten und trösten. Das könne auch im miteinander Schweigen gelingen.

Engelke machte an unterschiedlichen Kommunikationsformen und Fallbeispielen deutlich, wie das Allgemeine und zugleich das Persönliche im Sterben beachtet und anzuwenden ist. Dabei sei die Wahrhaftigkeit das Wesentliche zu einer gelingenden Kommunikation am Kranken- und Sterbebett.

Michael Brand, Vorsitzender des Hospiz Fördervereins stellte fest, dass der Hospiz-Förderverein ein Thema aufgegriffen hätte, welches viele Menschen berühre und vor Fragen stelle. Er bedankte sich für die Antworten und den tief gehenden Vortag beim Referenten. Sein Dank galt auch den Ehrenamtlichen, die diese schwere, aber wertvolle Arbeit am Krankenbett leisteten.

Infostand am „Mart der Möglichkeiten 2019“

Der Hospiz-Förderverein beteiligte sich – wie schon in den Jahren zuvor – mit einem Informationsstand am Markt der Möglichkeiten der SPD in Fulda am 28.03.2019 in der  Orangerie.

Der Förderverein begreift sich als ein Baustein des großen Netzwerkes von sozialen und weiteren Vereinen, Institutionen und Organisationen, die sich an einem solchen „Marktplatz“ präsentieren und miteinander ins Gespräch kommen. „Der Austausch gelingt immer wieder neu, beteiligen sich doch ca. 34 Organisationen daran“, darüber sind sich Silvia Hillenbrand, Martin Hoogen und Wilfried Wanjek, alle drei Im Vorstand von „LebensWert“, einig.

Viel Interesse am Stand – Foto Osthessennews

Wertvoll seien auch die Gespräche, die mit den Besuchern geführt werden, denn dabei könne die Zielsetzung des Vereins dargestellt werden und die Aufmerksamkeit auf das hospizliche Thema gelenkt werden.